Gartenbauverein Jägersruh e.V.
Gartenbauverein Jägersruh e.V.
Ein Streifzug durch die bewegte Geschichte des Gartenbauvereins Jägersruh Das Ende des Zweiten Weltkrieges liegt erst sechs Jahre zurück. Noch immer sind die Menschen und die Verhältnisse von jener schrecklichen Katastrophe stark gezeichnet. Dennoch: Die gröbste Not ist gelindert und die Bevölkerung strahlt wieder Zuversicht aus. überall beginnt sich neues gesellschaftliches Leben zu regen und Vereinsneu- oder Wiedergründungen stehen auf der Tagesordnung. Auch in der der Gemeinde Leimitz und ihren Ortsteilen Jägersruh und Döberlitz.    Am 25. November 1951, einem kalten und nebligen Herbsttag, treffen sich in der Gaststätte ,,Waldschänke" achtzehn Gemeindebürger, um den Obst- und Gartenbauverein Jägersruh ins Leben zu rufen. Vom damaligen Kreisfachberater und Bezirksgärtner Robert Hölzel aus Hof eingehend über Sinn und Zweck eines solchen Vereins informiert, wählen sie Adam Schnabel zu ihrem ersten Vorsitzenden, Hans Höpfner zu dessen Stellvertreter, Josef Hörath zum Schriftführer, Willi Schulz zum Kassier und Fritz Posselt zum Obstbaumwart. Ihr erster Beschluss: Die Anschaffung einer Obstbaumspritze. Jedes der achtzehn Gründungsmitglieder verpflichtet sich, als einmaligen Beitrag zehn Mark in zwei Monatsraten zu je fünf Mark zu zahlen - damals eine stattliche Summe. Der monatliche Beitrag wird auf zwanzig Pfennig festgesetzt. Wegen eines heftigen Schneetreibens am 10. Februar 1952 erscheinen zur ersten Versammlung nur wenige Mitglieder, weshalb sie nicht beschlussfähig ist. Stolz wird die neuangeschaffte Obstbaumspritze vorgeführt, die dem Verein den zu dieser Zeit riesigen Betrag von 169,60 Mark kostet. Erste weitreichende Beschlüsse werden bei der nächsten Mitgliederversammlung gefasst. So wird eine Aufnahmegebühr von drei Mark und die halbjährliche Beitragskassierung beschlossen. Geteilte Meinungen gibt es - viele sehen darin ein zu hohes Risiko - über die Organisation eines Waldfestes. Einmütigkeit besteht dagegen über die Anschaffung eines Verlängerungsrohres für die Baumspritze. Bis zur ersten Hauptversammlung am 7. Dezember 1952 ist die Mitgliederzahl auf 22 angewachsen. In dieser Versammlung wird der Kauf einer Baumschere, einer Baumsäge und eines Dampfentsafters beschlossen. Ferner kommt man wegen der unerwartet günstigen finanziellen Entwicklung überein, von den zur Gründungsversammlung einmalig bezahlten zehn Mark an die Mitglieder wieder drei zurückzuzahlen. Das wird, sozusagen als Weihnachtsgeschenk, bei der ersten Weilmachtsfeier am 27. Dezember 1952 getan. Mit dem Verein wachsen auch die Ansprüche Mit dem Verein wachsen auch die Ansprüche: Schon 1954 diskutiert man bei einer Mitgliederversammlung am 14. März über den Kauf einer fahrbaren Baumspritze. Wegen des hohen Preises - sie ist mit 325 Mark veranschlagt - wird die Anschaffung aber um ein Jahr verschoben. Bei der ersten Mitgliederversammlung im Jahre 1955, die in der jetzt nicht mehr existierenden Gaststätte Hager gehalten wird, ist es dann soweit: Für den Preis von 415 Mark wird ihr Kauf beschlossen. Noch heute ist sie zu bewundern. 1957 tagt der Verein erstmals im Waldfrieden. Bei der Generalversammlung am 9. November wird beschlossen, pro Mitglied einen Baustein im Gegenwert von einer Mark zum Bau der Landesgeschäftsstelle in München zu finanzieren. Der Verein zählt inzwischen 43 Mitglieder. Bis zur Generalversammlung 1959 ist der Kassenbestand auf 491,97 Mark angestiegen. In Anbetracht der guten finanziellen Entwicklung wird am 25. Februar 1961 das erste Vereinsessen gegeben. In der Waldschänke werden Schweinshaxen serviert, das Stück für zwei Mark. Im zehnten Jahr des Bestehens wächst die Mitgliederzahl auf fünfzig. Nach elfjähriger Tätigkeit legt Willi Schulz bei der Jahreshauptversammlung am 9. Dezember 1962 sein Amt als Kassier nieder. Sein Nachfolger wird Manfred Rödel. In dieser Hauptversammlung kommt es zu Wortgefechten über die Abgabe an den Landesverband, die von 1,50 auf 2,10 Mark erhöht worden ist. Die Mehrheit der Versammelten lehnt trotz dieser Mehrbelastung eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab. Einen ganz und gar außergewöhnlichen Verlauf nimmt die Jahreshauptversammlung am 30. November 1963. Vorsitzender Adam Schnabel und sein Stellvertreter Hans Höpfner kandidieren nicht mehr. Zwar werden daraufhin Alfred Schörner und Albert Braun an ihre Stelle gewählt, doch nehmen beide die Wahl nicht an. Nur der als neuer Schriftführer gewählte Max Röder tritt sein Amt auch an. Kassier bleibt Manfred Rödel. Nur wenige Wochen danach - am 12. Januar 1964 - findet eine außerordentliche Generalversammlung statt, bei der Adam Schnabel schließlich noch einmal zum Vorsitzenden und Alfred Schaller zum Stellvertreter gewählt wird. Adam Schnabel gibt nach vier Amtsperioden den Vorsitz ab Nach sechzehn Jahren gibt es damit am 2. Dezember 1967 den ersten Wechsel an der Spitze des Vereins: Alfred Schaller tritt die Nachfolge von Adam Schnabel an, dessen Verdienste um den Verein eine besondere Würdigung erfahren. Neuer zweiter Vorsitzender wird Ewald Ebert, während die übrigen Vorstandsmitglieder in ihren ämtern bestätigt werden. Ältere Mitglieder werden sich noch amüsiert an die Weihnachtsfeier 1967 erinnern. Fragte bei dieser Feier doch die Ehefrau von Alfred Schaller verwundert: Warum schwingt mein Mann denn so große Reden? Erst an jenem Abend will sie erfahren haben, dass der schon seit sieben Monaten Vorsitzender des Vereins ist. Im Jahr 1968 überschreitet der Kassenbestand mit 1118,22 Mark erstmals die 1000er-Grenze. Und ein Jahr darauf - am 19. November 1969 - gibt es erneut einen Führungswechsel: Neuer Vorsitzender wird Fred Steinhäuser. Einen Höhepunkt im Vereinsleben bis dahin bildet die Zwanzig-Jahr-Feier am 24. Juli 1971. Das herrliche Wetter an diesem Tag ermöglicht es, im Garten des Gründungslokals zu feiem. Als Festessen gibt es Schweinshaxen. Ein gegen 23 Uhr urplötzlich aufkommendes Gewitter setzt der stimmungsvollen Feier aber ein jähes Ende. Eine bittere Pille müssen die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung im November schlucken. Die Abgabe an den Landesverband wird auf 2,50 Mark plus fünfzig Pfennig für die Unfallversicherung erhöht. Die Anhebung der Mitgliedsbeiträge auf jährlich fünf Mark ist deshalb unausweichlich. Wesentliche Veränderungen für den Verein bringt die Jahreshauptversammlung am 20. November 1974: Max Röder wird neuer Vereinschef und Oskar Kießling sein Stellvertreter, neue Schriftführerin wird Hilde Renn, nur Kassier Manfred Rödel bleibt in seinem Amt. Der Beitrag muss erneut um eine auf sechs Mark angehoben werden. Bereits ein Jahr später wird Willi Strößenreuther aus Döberlitz zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden und Dieter Feustel zum neuen Schriftführer gewählt. Hilde Renn hatte ihre Protokolle in der alten deutschen Schrift abgefasst, die kaum einer mehr lesen konnte. Große Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen Am 4. September 1976 feiert der Verein mit über 150 Gästen im Schützenhaus sein 25. Jubiläum. Von den noch lebenden Gründungsmitgliedern nehmen neun an dem Festabend teil. Im Jubiläumsjahr, in dem der Gartenbauverein schon 71 Mitglieder zählt, wird auch die Satzung geändert. Danach werden die Vorstandsmitglieder künftig vier Jahre im Amt sein. Gleich zwei Premieren gibt es im Jahr 1977: Das Sommerfest wird am 2. und 3. Juni erstmals zwei Tage lang in einem Bierzelt gefeiert und am 1. Oktober steht die erste Erntedankfeier mit Pfarrer Hans Stettner auf dem Programm. Dabei werden - auch das ist eine Neuheit - lustige Einakter aufgeführt. Der allererste Blumenschmuckwettbewerb wird im Sommer 1979 durchgeführt. Als Rahmen für die Preisverteilung dient die Erntedankfeier. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Hans Heun ist voll des Lobes über den Verein und würdigt seinen Beitrag zur Ortsverschönerung. Drei Jahre zuvor waren Leimitz und Jägersruh in die Stadt Hof, Döberlitz nach Gattendorf eingemeindet worden. Mit 106 Mitgliedern wird in diesem Jahr erstmals die Hundertergrenze überschritten. Kontroverse Diskussion um gemeinsames Fest Die Hauptversammlung am 23. November 1980 befasst sich mit dem Vorschlag des Kleintierzuchtvereins, die Sommerfeste beider Vereine zusammenzulegen, sie gemeinsam an einem bestimmten Termin unterm Dach eines Bierzeltes zu feiern und damit termin- sowie witterungsunabhängiger zu sein. Nach kontroverser Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern stimmen schließlich 19 für und sieben Mitglieder gegen den Vorschlag, 15 enthalten sich der Stimme. Dem Beschluss des Vorjahres folgend, wird an Pfingsten 1981 das erste gemeinsame Fest mit dem Kleintierzuchtverein gehalten. In diesem Jahr werden Röcke und Schürzen angeschafft, mit denen sich die an Festzügen teilnehmenden Mitglieder einheitlich präsentieren können. Außerdem wird ein Vertikutierer gekauft. Nach fast zwanzigjähriger Tätigkeit tritt Manfred Rödel bei der Hauptversammlung am 22. November als Kassier zurück, Nachfolger wird Rudi Gernoth. 1982 erweitert der Verein seine Aktivitäten um Altpapiersammlungen, die jeweils im Frühjahr und Herbst durchgeführt werden. Es wird ein Häcksler angeschafft, und unter der Regie von Berthold Dietrich und der tatkräftigen Mithilfe von einigen anderen Mitgliedern wird eine sehr praktische Wellblechbude für die Pfingstfeste gebaut. Die Jahreshauptversammlung am 21. November beschließt die Anhebung des Beitrages für die inzwischen 150 Mitglieder von sechs - wovon allein vier an den Landesverband abzuführen waren - auf zehn Mark. Wegen eines Formfehlers muss die Abstimmung darüber - sie war nicht auf der Tagesordnung angekündigt - bei der Mitgliederversammlung am 20. Februar 1983 wiederholt werden. Die Anhebung wird ebenso einstimmig befürwortet wie die Verlegung der Hauptversammlungen von November auf Januar oder Februar. Vereinshäuschen in nur fünf Monaten von vielen fleissigen Helfern hingestellt   1983 werden erstmals die Pläne der Vereinsleitung zum Bau eines Gerätehäuschens vorgelegt und diskutiert. Das inzwischen auf über 14.000 Mark angewachsene Vereinsvermögen erleichtert es der Hauptversammlung am 29. Januar 1984 erheblich, dem Bau zuzustimmen. Mehrere Landwirte stellen das dafür benötigte Holz zu einem Vorzugspreis zur Verfügung. In Hunderten von freiwilligen Arbeitsstunden und von vielen fleissigen Mitgliederhänden wird das Häuschen zwischen April und August fertiggestellt. Mit rund 11.500 Mark werden die veranschlagten Kosten fast eingehalten. Der Bau des Häuschens leitet einen Wendepunkt im Vereinsleben ein. War bis dahin das Vereinsinventar zum Teil auch auf die Privathäuser mehrerer Mitglieder verteilt, konnte es jetzt erstmals an einem Ort untergebracht werden. Noch wichtiger aber: Der Verein hat endlich ein eigenes Zuhause, kann auch einmal unter sich bleiben und selbst Gäste empfangen.   Max Röder verhalf Verein zu rasanter Entwicklung - Frau wird erstmals Vorsitzende Bei der Jahreshauptversammlung am 1. März 1986 gibt es einen herben Verlust für den Verein: Max Röder tritt aus gesundheitlichen Gründen nach fast zwölfjähriger Amtszeit als Vorsitzender zurück. Bis zu den Neuwahlen l987 sollen Oskar Kießling, Alfred Kröner, Rudi Gernoth und Dieter Feustel kommissarisch die Geschäfte führen. Im Sommer erklärt dann aber auch noch zweiter Vorsitzender Oskar Kießling seinen Rücktritt. Die schwierige Übergangszeit wird zur Jahreshauptversammlung am 31. Januar 1987 beendet: Mit Doris Feustel wird erstmals eine Frau an die Spitze des nun 206 Mitglieder zählenden Vereins gewählt. Helmut Reuther und Matthias Wenzel werden ihre Stellvertreter. Für besondere Verdienste wird Willi Strößenreuther geehrt, der neun Jahre lang zweiter Vereinsvorsitzender war. Am 1. März findet unter Mitwirkung aller örtlichen Vereine der erste große Faschingsumzug in Jägersruh statt. Petra und Helmut Reuther und ihre Helfer haben dabei mit großem Engagement eine private Initiative von Hilde Dietrich fortgeführt. Im Sommer wird - wieder unter tatkräftiger Mithilfe vieler Mitglieder - ein Anbau für das Gerätehäuschen geschaffen. Die Kosten betragen rund 2500 Mark. Im Herbst findet wegen mangelnder Nachfrage die vorerst letzte Altpapiersammlung statt. Alfred Kröner löst bei der Hauptversammlung am 30. Januar 1988 Rudi Gernoth als Kassier ab, der sein Amt nach sieben Jahren aus beruflichen und privaten Gründen zur Verfügung stellt. Zu einem wichtigen Thema wird in diesem Jahr die Gemeinnützigkeit, zu einem Entschluss in dieser Frage kommt es aber noch nicht. Mit der Pflanzung von hundert Wildsträuchern entlang des Waldfriedenweges leistet der Verein einen Beitrag zur Rekultivierung der Landschaft. Unter Hinweis auf den teuren Anschluss des Gerätehäuschens an die Strom- und Wasserversorgung wird der Beitrag bei der Hauptversammlung am 18. Februar 1989 von zehn auf zwölf Mark jährlich erhöht. Dank des Entgegenkommens des Kleintierzuchtvereins, der die Leitung durch sein Grundstück legen lässt, kann das Häuschen am 8. April 1989 mit Wasser versorgt werden. Der Stromanschluss erfolgt etwas später. Höhepunkt 1991 ist der Festabend aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des jetzt 220 Mitglieder zählenden Vereins. Die verdienten Mitglieder Manfred Rödel und Max Röder werden 1992 zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für den Verein insgesamt ist es eine Ehre, als gemeinnützig anerkannt zu werden. Am Schulsteig wird die neue Ruhebank aufgestellt, die ein Geschenk der örtlichen Vereine zum vierzigsten Jubiläum war. Dazu werden als Symbol der Zusammengehörigkeit von Jägersruh, Leimitz und Döberlitz drei Bäume gepflanzt und ein Findling gesetzt. 1994 hat der Verein erstmals über 20.000 Mark in der Kasse. In diesem Jahr der Landesgartenschau in Hof nimmt eine starke Abordnung im ,,Vereinsgewand" und mit einem wunderschön geschmückten Festwagen am Volksfestumzug teil. Vorsitzende Doris Feustel kündigt wegen ihres Engagements im Kreisvorstand an, nicht mehr für das Amt kandidieren zu wollen. Aus familiären Gründen will auch der zweite Vorsitzende Matthias Wenzel als einer der beiden Stellvertreter nicht mehr zur Wahl antreten. Modellversuch mit einem gleichberechtigten Führungstrio Bei der Jahreshauptversammlung am 18. Februar 1995 finden sich keine Nachfolger, weshalb zunächst nur ein Rumpfvorstand mit dem weiteren zweiten Vorsitzenden Helmut Reuther und Siegfried Schmidt als Nachfolger für den ebenfalls nicht mehr kandidierenden Kassier Alfred Kröner gewählt wird. Weil sich keine Lösung abzeichnet, macht die außerordentliche Generalversammlung am 29. April mit einer Satzungsergänzung den Weg für einen Modellversuch frei: Es wird ein gleichberechtigtes Führungstrio für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Helmut Reuther und Silvia Schmidt sind für die Organisation und die Vertretung des Vereins nach innen und außen zuständig, Ernst Ploß ist der Ansprechpartner für die Mitglieder in allen Fachfragen. Dank der Initiative und vieler freiwillig geleisteter Arbeitsstunden der ,,Siedler" Heinz Pechmann, Ernst Ploß, Gerhard Oelschlegel und Peter Strunz erhält der Verein 1996 eine schmucke Pfingstfest- Verkaufsbude aus Holz. Kassier Siegfried Schmidt legt erstmals einen Finanzplan vor, den das Finanzamt im Zusammenhang mit der Gemeinnützigkeit als Verwendungsnachweis für das Vereinsvermögen verlangt. Die Theatergruppe des Vereins blickt auf zwanzig aufregende und erfolgreiche Jahre zurück. Zum Erfolg in den zwei Jahrzehnten haben lnge Klügel (1976 bis 1991), Irene und Oskar Kießling (1976 bis 1991) sowie Petra Reuther (ab 1992) mit ihren Inszenierungen beigetragen. Der Zusammenhalt in der Gruppe und der ,,Spaß an der Freud" waren in erster Linie für sie und die vielen Laienspieler aus dem Verein und von außerhalb das Motiv zu immer wieder neuen Auftritten nicht nur bei den Erntedankfeiern. Erhöhung des Mitgliedsbeitrags heftig umstritten Nicht unumstritten ist bei der Hauptversammlung 1998 eine Beitragserhöhung von bisher 12 auf künftig 15 Mark jährlich, die mit der spürbar gestiegenen Verbandsabgabe begründet wird. Obwohl einige Mitglieder strikt gegen die Anhebung sind, stimmt schließlich die Mehrheit dafür. Um die Lücke wieder schließen zu können, die der Tod Helmut Reuthers in der Vereinsführung hinterlassen hat, kehrt der Verein bei der Jahreshauptversammlung am 6. März 1999 zum alten Vorstandsmodell zurück. Doris Feustel wird mit einem riesigen Vertrauensvorschuss erneut zur ersten Vorsitzenden gewählt, eine nachträgliche Bestätigung ihrer Verdienste um den Verein bei ihrer vorherigen achtjährigen Führungstätigkeit. Siegfried Schmidt und Joachim Frank werden ihre Stellvertreter, Schmidt in Personalunion als Kassier und Frank als gleichzeitiger Jugendleiter. Jugendbeauftragte werden Silvia Schmidt und Siegfried Galbierz. Während es in der Nachwuchsarbeit also hervorragend voran geht, muss die Theatergruppe im 21. Jahr ihres Bestehens aus personellen Gründen passen. Neue Wege beschreitet auch die Bastelgruppe, die schon seit vielen Jahren fantasievoll den Weihnachtsbasar gestaltet und sich so auf ihre Weise um den Verein verdient gemacht hat: Sie verkauft mit großem Erfolg erstmals Adventsgestecke und Adventskränze sowie Christbaumschmuck und muss das in den folgenden Jahren wegen der großen Nachfrage weit über Jägersruh hinaus über viele Jahre tun. Zwei für den Verein einschneidende Änderungen Zwei einschneidende änderungen setzt die neue Vereinsleitung bei der Jahreshauptversammlung im Jahr darauf durch: Es wird keinen Blumenschmuckwettbewerb mehr geben, weil er nur Unruhe in die Mitgliedschaft gebracht und den Organisatoren viel ärger bereitet hat. Nach fast 25 Jahren wird außerdem die Erntedankfeier vom Programm gestrichen, die zum jährlich wiederkehrenden Ritual zu erstarren und für die meisten zur nur noch lästigen Pflichterfüllung zu werden drohte. Während es von den über sechzig anwesenden Mitgliedern nicht einen Einwand gegen die Streichung des Blumenschmuckwettbewerbs gibt, bedauern vor allem ein paar ältere den geplanten Wegfall der Erntedankfeier. Sie verweisen auf deren Tradition und ihre hohe Bedeutung für einen Gartenbauverein. Vorsitzende Doris Feustel verteidigt ihren von der Vereinsleitung abgesegneten Vorstoß. Nicht mehr an den Termin des Erntedankfestes gebunden, sei man zeitlich wie auch inhaltlich sehr viel flexibler bei der Ausgestaltung der anderen Vereinsveranstaltungen, argumentiert sie. Die Mitgliederehrungen könnten künftig die Jahreshauptversammlungen oder andere Veranstaltungen aufwerten. Erst die Zukunft werde zeigen, ob man damit den richtigen Weg einschlage. Im übrigen schließe sie nicht aus, dass die Feier einmal wiederbelebt werden könnte. Keine Träne weine sie der Streichung des Blumenschmuckwettbewerbs nach, der einmal als Anreiz zur Ortsverschönerung gedacht gewesen sei. Es gebe inzwischen viele schön geschmückte Häuser und prachtvolle Vorgärten, die aber zum Verdruss der Betroffenen wegen nur eines Bewertungspünktchens nicht prämiiert worden seien. Als Symbol des Zusammenwachsens von Alt-Jägersruh mit dem Neubaugebiet wird im Sommer in der Grünanlage zwischen beiden Ortsbereichen eine Rotbuche gepflanzt. Mögen die Neubürger bald in die Ortsgemeinschaft integriert sein und frischen Wind in das rege gesellschaftliche Leben bringen, wünscht sich die Vorsitzende. Die Aufbruchstimmung im Freizeitgartenbau ist bei einem Schulungstag für Führungs- und Nachwuchskräfte der Gartenbauvereine im Landkreis Hof zu spüren, den der Landesverband unter dem Motto ,,Unser Lebensraum im Einklang mit der Natur" im Oktober im Züchterheim veranstaltet. Erneut löst die Nachricht vom Tod eines verdienten Mitglieds tiefe Trauer beim Verein aus: Am Morgen nach der Weihnachtsfeier stirbt plötzlich und völlig unerwartet Karl Thiel, der wenige Wochen zuvor seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte. Karl Thiel gehörte dem Verein 47 lange Jahre an. Für seine Verdienste erhielt er 1993 die goldene Ehrennadel. 2001 wird der Verein ein halbes Jahrhundert alt. Weil er nicht mehr aus dem gesellschaftlichen Leben wegzudenken ist, soll die Gesellschaft auch Anteil haben an diesem runden Jubiläum. Der Einladung zu einem "Tag der offen Tür" auf dem Vereinsgelände folgen über 300 Besucher, darunter natürlich Vertreter aller örtlichen und befreundeter Vereine aus benachbarten Orten. Die Ortsvereine bringen eine rustikale Holzbank als gemeinsames Geschenk zum 50. Geburtstag mit. Der Festkommers findet am 6. Oktober im Züchterheim statt. Als Ehrengäste sind die stellvertretende Bezirksvorsitzende Maria Wiehle, Landrat Bernd Hering sowie der Hofer Bürgermeister Eberhard Siller und sein Gattendorfer Kollege Siegfried Schörner dabei. Karin Wolfrum lässt mit Presseschlagzeilen die fünfzig Jahre Revue passieren, Landrat Hering ehrt treue und verdiente Mitglieder als in diesem Fall Gleicher unter Gleichen. Er ist selbst seit langem Mitglied des Vereins. Wie schon beim "Tag der offenen Tür" gibt es für alle Gäste eine 72-seitige Festschrift, die von der heimischen Wirtschaft großzügig gesponsert worden war. Im Jahr darauf löst der Gartenbauverein sein Jubiläumsversprechen ein und spendiert der Christian-Wolfrum- Schule eine Umwelttruhe im Wert von rund 250 Euro. Bei der Hauptversammlung am 16. Februar nehmen sie die Lehrer Werner Hofmann und Stefan Stadelmann entgegen, deren Klassen fünf und sechs im Leimitzer Schulhaus unterrichtet werden. Am 6. April 2002 findet eine große "Saubermach-Aktion" im Waldstück von Christa Hörath statt, das zur wilden Müllkippe verkommen war. Unterstützung gab es von Jagdaufseher Karl Fichtner und der Wertstofferfassungsfirma Böhme, deren Geschäftsführer ein Neu-Jägersruher ist. Eine starke Abordnung mit vielen Kindern und Jugendlichen nimmt am 23. Juni in Vereinskluft und mit der Gartenklause am Festzug anlässlich des 75. Jubiläums der Kirchengemeinde Sankt Johannes teil. Im Juli verabschiedet sich Pfarrer Hans Stettner bei einem Gottesdienst in den Ruhestand, der den Verein über Jahrzehnte begleitet hat und ihm als Mitglied weiter verbunden ist. Außerdem beteiligt sich der Gartenbauverein mit 50 Euro an einer Spendenaktion für die sächsischen Flutopfer. Turbulent verläuft das Jahr 2003. Doris Feustel steht für eine weitere Amtszeit als Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung. "Zwölf Jahre in diesem Amt sind genug, machen die Zeit reif für einen Wechsel an der Spitze des Vereins, dem neues Blut und neue Ideen nur gut tun können", begründet sie ihren Schritt. Auch die zweiten Vorsitzenden Joachim Frank und Karl Toenges kandidieren aus beruflichen Gründen ebenso nicht mehr wie Kassier Siegfried Schmidt. Bei der Jahreshauptversammlung am 7. März werden alle übrigen Vereinsleitungsmitglieder - neu darunter ist Gisela Gruber als weitere Jugendbeauftragte neben Andrea Hering - gewählt und berufen innerhalb vier Monate eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein. Bis dahin führen die bisherigen Amtsinhaber den Verein kommissarisch weiter. Weil sich bei der am 13. Juni stattfindenden außerordentlichen Zusammenkunft kein Vorsitzender findet, werden Schriftführer Dieter Feustel und Gartenpflegerin Gisa Jung unter Beibehaltung dieser Funktionen zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt mit dem Auftrag, die Geschäfte des Vereins bis zu den nächsten turnusmäßigen Neuwahlen 2005 weiter zu führen. Neue Kassiererin wird Diana Köppel. Im Alter von 95 Jahren stirbt 2004 das einzige noch lebende Gründungsmitglied Walter Steinhäuser, das seit 1983 Ehrenmitglied war. Verstorben sind in diesem Jahr auch Peter Jung und Willy Pippig. Beide gehörten zu den Aktivposten im Verein. Jung arbeitete über viele Jahre in der Vereinsleitung mit und war zuletzt zuständig für die Vereinsanlage, Pippig war lange in der Theatergruppe aktiv. Nach fast zwei Jahren wieder eine komplette Führungsmannschaft Nach fast zwei Jahren unter kommissarischer Leitung bekommt der Verein bei der Hauptversammlung am 4. März 2005 wieder eine komplette Führungsmannschaft. Zum neuen Vorsitzenden wird Dieter Feustel gewählt, seine Stellvertreterin ist Gisa Jung. Ganz neu im Amt sind Kassiererin Elke Becher und Schriftführerin Heike Kießwetter. Als weitere Jugendgruppenleiterin stellt sich Marion Jungiereck für die aus beruflichen Gründen ausscheidende Andrea Hering zur Verfügung, Peter Strunz tritt die Nachfolge des verstorbenen Peter Jung als Häuschenwart an. Nach über 22 Jahren muss erstmals das Dach des Vereinsheislas neu gedeckt werden. Die Bastelgruppe veranstaltet ihren Adventsbasar in diesem Jahr das vorerst letzte Mal und legt nach über zwanzig Jahren eine schöpferische Pause ein. Das Jahr 2006 steht ganz im Zeichen der Neuausrichtung der Jugendarbeit. Die Hauptversammlung am 17. Februar wählt Karl Toenges einstimmig zum Jugendleiter. Schon zuvor hatte sich die Jugendabteilung, die sich in die Gruppe der Sechs- bis Elfjährigen und der Zwölf- bis Achtzehnjährigen gliedert, drei eigene Vorstände gewählt. Seit inzwischen 25 Jahren gibt es in diesem Jahr das gemeinsame Pfingstfest mit dem Kleintierzuchtverein Jägersruh. Rechtzeitig zum Festbeginn konnte ein in Eigenarbeit gebauter Weg eingeweiht werden, der die Festbesucher auf dem Gang zum Zelt bei schlechtem Wetter davor bewahrt, im Morast stecken zu bleiben - was oft genug passierte. Beide Vereine beteiligten sich an der Realisierung des "Pfingststeiges Jägersruh". Am 26. Mai 2006 stießen die Macher darauf an (von links): Chefplaner und Bauleiter Peter Strunz, Georg Frey vom Gartenbauverein, zweiten Züchtervereinsvorsitzenden Roland Morgner sowie Gartenbauvereinsjugendleiter Karl Toenges. Ein andere gemeinsame Veranstaltung der beiden Vereine feiert in diesem Jahr Premiere: Der Martinsumzug am 11. November. Während und nach dem Umzug war der Züchterheim-Saal geöffnet, in dem sich die Vereine und Privatpersonen mit Verkaufstischen präsentieren und mit allerlei Schmankerln für das leibliche Wohl sorgen. Abermals einen Umbruch in der Vereinsführung gibt es 2007. Gisela Gruber, Marion Junggiereck, Heike Kießwetter und Peter Strunz stellten ihre Ämter aus unterschiedlichen Gründen zur Verfügung. In geheimer und schriftlicher Wahl wurde Dieter Feustel mit 46 von 47 Stimmen zum Vorsitzenden wiedergewählt. Neuer zweiter Vorsitzender wird Thomas Becher, neue Kassiererin Susanne Seuß und neue Schriftführerin Elke Becher, die gleichzeitig Leiterin der Kindergruppe ist. Alle übrigen Vereinsleitungsmitglieder wurden per Akklamation in ihren Ämtern bestätigt. Für 40-jährige Treue werden Oskar Kießling und Siegfried Seidel mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Glanzpunkte in diesem Jahr sind der Videovortrag am 17. März von Kapitän und Vereinsmitglied Rainer Sokolowski über eine Tankerfahrt von Fernost nach Amerika, ein erstmals durchgeführter Sommerschnittkursus von Baumpfleger Ernst Ploß Ende Juni sowie der Vereinsausflug am 14. Juli zur Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg. Seit 50 Jahren beim Verein:  Ehrenmitglied Max Röder Ein Mann ist seit 50 Jahren beim Gartenbauverein und damit sein letztes Urgestein:  Ehrenmitglied Max Röder. Weil er mit der goldenen goldenen Ehrennadel die höchste Auszeichnung des Verbandes schon hat, ist er bei der Jahreshauptversammlung am 15. Februar 2008 mit einer einer Vereinsurkunde und einem Präsent geehrt worden.  Knapp sieben Jahre nach der Gründung am 25. November 1951 trat Max Röder am 1. Juli 1958 dem Gartenbauverein Jägersruh bei, dem er in mehreren Funktionen gedient hat. Im Jahr 1983 wurde er mit der Ehrennadel in Silber, 1998 mit der in Gold ausgezeichnet. Für seine außerordentlichen Verdienste besonders auch um den Bau des Vereinsdomizils wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Der Gartenbauverein ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Denn in seiner Amtszeit als Vorsitzender hat sich der Verein rasant entwickelt. Mit seinem sympathischen und verbindlichen Wesen hat er Mitglieder in Scharen für den Jägersruher Verein gewinnen können.
Die achtzehn Gründungsmitglieder Eva Bock Heinrich Pöhlau Hans Engelhardt Fritz Posselt Hans Höpfner Heinrich Rietsch Josef Hörath Alfred Schaller Hermann Kaiser Kurt Scherzer Kurt Klügel Adam Schnabel Karl Künzel Willi Schulz Rudi Löwel Walter Steinhäuser Anton Müller Theo Wunsiedler
War      der   Ideengeber   und   Antreiber   für den Bau des Vereinsheislas: Ehrenmitglied Max Röder
Röder              wird              bei              der Frühjahrsversammlung     am     24.     Mai 1986    für    seine    Verdienste    um    den Verein    geehrt.    Wie    rasant    sich    der Verein   unter   Röders Amtszeit   entwickelt hat,      verdeutlicht      der      Anstieg      der Mitgliederzahl:    Bei    Röders    Amtsantritt zählt   der   Verein   50   Mitglieder,   am   Ende seiner Amtszeit   sind   es   193.   Max   Röder kann   für   sich   in   Anspruch   nehmen,   den Gartenbauverein    Jägersruh    zu    einem Aushängeschild    für    den    Ortsteil,    die gesamte    Stadt    und    den    Kreisverband Hof gemacht zu haben.
Einen     schweren     Schlag     muss     der Verein   am   Ende   des   Jahres   verkraften: Helmut   Reuther   stirbt   am   19.   Dezember 1998.   Er   hatte   noch   den   zweiten   Auftritt von   Dreyschlag   und   Gerch   sowie   das von    ihm    so    geliebte    Theaterspiel    zur Erntedankfeier         vorbereitet,         einer Leidenschaft,   der   er   sich   mit   seiner   Frau Petra    über    viele    Jahre    verschrieben hatte.   Doch   zum   eigenen   Auftritt   reicht die Kraft nicht mehr.
Eine   großartige   Würdigung   erfährt   die   Arbeit   des   Vereins   mit   der   Wahl   seiner Vorsitzenden   Doris   Feustel   (Bild)   zur   Nachfolgerin   von   Rudi   Lunghard   an   der Spitze   des   Kreisverbandes   Hof   für   Gartenbau   und   Landespflege   am   11.   März 2001.   Bei   der   Jahreshauptversammlung   des   Jägersruher   Vereins   nur   eine   Woche später    wird    Doris    Feustel    mit    dem    Traumergebnis    von    fünfzig    der    fünfzig abgegebenen   Stimmen   als   Vorsitzende   im   Amt   bestätigt.   Zu   einem   ihrer   beiden Stellvertreter wird Karl Toenges neu gewählt.
Max Röder 1964 - 1974 Schriftführer 1974 - 1987 Vorsitzender